Die Lehrmethode

Hier erfahren Sie Alles zur Eutonie-Didaktik (Was wird gelehrt?) und der Eutonie-Methodik (Wie wird gelehrt?) der Eutonie-Ausbildung:

Eutonie-Didaktik

Was wird gelehrt?

Die bewusste Berührung

wird erfahrbar durch Sensibilisierung und differenzierte Wahrnehmung der Haut, Muskeln und Knochen über das Sich-Bewußtmachen der Berührung. Hier kommt auch der Einsatz von Materialien wie Kirschkernkissen, Kastanien, Overbälle u.a. zum Einsatz.
Das Erleben von Berührung in ihrer unterschiedlichsten Ausprägung von streichend, klopfend, druckgebend etc. vermitteln ein erfahrbares Verständnis von Oberflächen- und Tiefensensibilität und die damit verbundene Auswirkung auf vitale Reaktionen wie Schmerz, Angst, Lösung im menschlichen Organismus.
Die bewusste Hinwendung zur Berührung fördert die Achtsamkeit, Präsenz und Wahrnehmung.
Durch die bewusste Berührung lernen Sie Ihre eigene,schützende Grenze zu spüren und im Zuge dessen Ihre Haut als Kontaktorgan wahrnehmen.
Berührung kann sehr häufig mit Beruhigung oder Belebung als heilsame Auswirkung in Verbindung gebracht werden.

Der Kontakt

Der Kontakt vermittelt das Erleben der eigenen Grenze und erweitert das Fühlen über die eigene Körpergrenze hinaus.
Kontaktfähigkeit, Grenzbewusstsein und das Setzen von Grenzen, aber auch das Wahrnehmen der eigenen inneren Räume werden gefördert.
Die Wirkung von Kontaktübungen vermittelt sich Ihnen mit einer verbesserten Regulierung des Stoffwechselgeschehens, belebenden Zirkulation, Lösung von Schmerz, besonders bei Migräne- und Asthmabeschwerden.

Transport/Aufrichtung

Mit dem Prinzip Transport wird die Schwerkraft aktiv genutzt. Die bewusste Aufrichtung entlang der Knochenstruktur und mit Hilfe der autochtonen Muskulatur ist die heilsame Kerneffizienz in der Eutonie, um ökonomische, natürliche, kraftregulierende und fliessende Bewegung für sich neu zu entwickeln und bleibend zu nutzen.
Bodenverbundenheit, Lösen von überholten Haltungsmustern und freiwerdende Potentiale werden erfahrbar.
Das Erlernen des Aufrichtereflex vermittelt Sicherheit und Stabilität in der eigenen Bewegung, ist Sturz- und Schwindelprophylaxe, Prävention und schenkt Vertrauen in Mobilisation und Rehabilitation.

Raum

Die Körperinnenräume, als auch die uns umgebenden Räume zu erspüren und zu erfahren macht die Dreidimensionalität des Körpers zum Thema. Eine bewusste Nutzung dieser Räume fördert die Regulierung des Atems und die bewusste Einkehr zu sich. Auf diese Weise vermittelt das Eutonieprinzip Raum Grenzerfahrung, Ausdehnung und Identität.
Das Erleben vom eigenen Körperinnenraum erlaubt Ihnen sich Raum zu nehmen und Raum zu geben, lenkt zur ICH-Verantwortung und lädt Sie schlicht zum Dasein ein.

Intention

Wahrnehmung und Bewusstsein werden durch intentionales Handeln erweitert. Indem Bewegung oder Aktion in der gedanklichen Planung vorweggenommen wird, geschieht eine Anpassung im Nervensystem, die den Tonus auf die tatsächliche Bewegung oder Aktion vorbereitet. Die Ausführung der Bewegung in Folge verläuft über die durch die Intention angebahnten neuronalen Vernetzungen im Gehirn. Das heisst, im Arbeiten mit der Intention adressieren wir das Nervensystem und beeinflussen den Tonus, um Bewegung anzubahnen.
Die Wirkung, die sich aus der Intention ergibt, führt zur vermehrten Konzentration, Sammlung und Aufmerksamkeit. Intention ist eine hoch wirksame Möglichkeit zur Selbstbehandlung bei Schlaganfall, Lähmungserscheinung Bewegungsausfällen und zur Rekonvaleszens.

Bewegung

Eutonie drückt sich in der menschlichen Bewegung aus. Das Verinnerlichen der o.g. Prinzipien und das Integrieren in die eigenen Bewegungsabläufe fliessen in die individuelle Lebensgestaltung. Die eigene Bewegung gewinnt an Präsenz, Klarheit und ist durch ressourcenschonenden Krafteinsatz charakterisiert.
Kräfte, die gespart werden können an anderer Stelle nutzbringend eingesetzt werden. Ökonomie der Kräfte und spürbare Veränderungen im Umgang mit Herausforderungen im Alltag werden möglich. Das Leben gewinnt neues Gestaltungspotential.

Atmung

In der Eutonie wird die Atmung indirekt angesprochen. Im bewussten Wahrnehmen der o.g. Eutonieprinzipien kann die Atmung fliessen und sich Raum nehmen. Sie lernen die fliessende Bewegung, die Ihren Atem begleitet und Ihren natürlichen Atemrhythmus kennen.
Der ganzheitliche Dreiklang von Körper – Seele – Atem läßt Sie in Einklang sein mit sich und der Umgebung.Das kann hilfreich sein, beim Suchen nach Lösungen in Zeiten von Krisen, Belastung oder Verlusterfahrungen.

Eutonie-Methodik

Wie wird gelehrt?

Gruppe

Der Eutonieunterricht findet in einer festen Gruppe statt. Das praktische Üben stellt die Basis für die Eigenerfahrung dar und ist Grundlage der Eutonieausbildung. Lernen an sich selbst, um aus dem eigenen Erfahrungsfundus den eigenen, zukünftigen Unterricht zu gestalten ist die Maxime. Die Gruppe ist dabei das Kontinuum und der geschützte Rahmen.

Dokumentation

Erlebte Unterrichtseinheiten und gemachte Erfahrungen werden von jedem Teilnehmer dokumentiert und dienen als Grundlage für das selbständige Unterrichten. Struktur und Aufbau der Dokumentation werden von Beginn der Kursreihe A – Basis erarbeitet.

Erfahrbare Anatomie

in Verbindung mit theoretische Betrachtungen am Skelett und das Übertragen aus Erfahrungen auf eigene Strukturen, machen Anatomie “erfahrbar”. Daneben ist theoretischer Anatomieunterricht fester Bestandteil der Kursreihe B – Vertiefung.

Pädagogische Werkstatt

Die Pädagogische Werkstatt ist verläßlicher Kursbestandteil in der
Kursreihe B – Vertiefung.
Hier wird das eigene Unterrichten vorbereitet, in der eigenen Ausbildungsgruppe geübt und evaluiert. Die vorbereiteten Unterrichtsstunden werden zu bestimmten Themenfeldern erarbeitet, praktisch durchgeführt und in den Kontext der Eutonie-Didaktik gestellt.

Vergleichende Kontrollpositionen

In den Kontrollpositionen finden sich festgelegte Bewegungen wieder. Wir haben uns auf eine Sequenz von 7 Kontrollpositionen verständigt, die eine Tonusbetrachtung des Körpers unter Berücksichtigung des ganzheitlichen Übens ansprechen.
Die Kontrollpositionen werden mit und ohne Musik geübt. Sie sind regelmässiger Unterrichtsbestandteil in Kursreihe B – Vertiefung.

Entwicklung von Bewegung

Eutonie verändert und bereichert die bisherige Gewohnheit der eigenen Haltungs- und Bewegungsmuster zu neuen Bewegungs-und Ausdrucksmöglichkeiten.
Freude an Bewegung und am eigenen Ausdruck mit einer ganz persönlichen Interpretation der Eutonie kommen zur Entwicklung und entfalten sich.

Supervision

Die Kursreihe B – Vertiefung wird durch Supervision ergänzt. Hier kommen berufsrelevante Anliegen zum Rollenverständnis als Eutoniepädagoge in Betracht. Gearbeitet wird mit hypnosystemischen Lösungsansätzen nach Milton Erikson.
Supervisionen im Einzelgespräch werden im Verlauf der Ausbildung nach Bedarf angeboten.

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